Meine persönliche Geschichte

Two women engage in a spiritual therapy session, fostering connection and relaxation.

Warum es als Frau so wichtig ist, sich selbst zu verstehen – körperlich, emotional und zyklisch.

Two women engage in a spiritual therapy session, fostering connection and relaxation.

Was stört, wird betäubt…

Viele Jahre meines Lebens hab ich gedacht, mein Zyklus sei einfach…da.

Manchmal nervig, manchmal schmerzhaft, manchmal kaum spürbar und manchmal still. Obwohl ich eigentlich von Beginn meiner Periode an immer Schmerzen und starke Stimmungsschwankungen hatte, hab ich mich trotzdem nie wirklich mit meinem Zyklus beschäftigt. Als Jungs interessant wurden, folgte ich blindlings der Meinung meiner Gynäkologin (und auch bzw. vor allem der meiner Freundinnen) und hab mir mit 14 Jahren die Pille verschreiben lassen. Alternativen oder Aufklärung waren damals kein Thema. Ich wollte eine einfache und wirkungsvolle Verhütungsmethode und das war die schnellste Lösung. Punkt.

Kaum länger als 1 Jahr hatte ich damals einen natürlichen Zyklus…eine Idee davon, was das bedeutet, hatte ich nicht. Und das Verständnis für mich und meinen Körper? Das sollte erst Jahre später den Weg zu mir finden…

Cool sein, statt spüren…

Wenn ich ehrlich bin: Ich habe meinen Körper lange nicht wirklich ernst genommen. Er war einfach da – irgendwie funktionierend, manchmal störend, nicht so wichtig.
Aufgewachsen in einer typischen, bayerischen Kleinstadt haben wir sehr früh damit angefangen, auszugehen und Alkohol zu trinken. Die Helden der Stadt waren die Spieler der 1. Fußballmannschaft, die beliebtesten Mädels deren Freundinnen. Cool war, was alle cool fanden und eine eigene Meinung hatte damals keine von uns. Meine Freundinnen und ich haben uns an dem orientiert, was zu dem Zeitpunkt wichtig schien. Und das war vor allem das, was man brauchte, um vor dem anderen Geschlecht möglichst gut dazustehen. Ob das zu Lasten der eigenen Gesundheit ging oder nicht, hat niemanden interessiert. Im Nachhinein nannte man uns die „Generation Komasaufen“ – damals nannte man es einfach Wochenende.


Ich verurteile das nicht. Die Jugend ist genau dafür da, Erfahrungen zu machen und sich auszuprobieren. Um sich selbst zu erkennen, muss man sich zuerst in Anderen spiegeln. Man macht, was die breite Masse macht, um dann irgendwann später zu merken: „Hey, eigentlich…? Das funktioniert für mich nicht.“
Selbstfindung durch Abgrenzung. So war es zumindest bei mir. Körperlich UND emotional.
Und obwohl ich mit 18 nach Salzburg gegangen bin, um Physiotherapie zu studieren und immer schon ein aufrichtiges Interesse an Sport und Bewegung hatte, ignorierte ich meinen eigenen Körper weiter…

Wenn der Körper STOP sagt…

Erst als ich mit Anfang 20 bei meiner Frauenärztin auf dem Untersuchungsstuhl saß und sie mich mit sorgenvoller Miene ins Krankenhaus zur Bauchspiegelung schickte, sollte ich mich und meinen Körper das erste Mal ernst nehmen.
Als man dann im Zuge der OP feststellte, dass mein linker Eileiter kaputt war und auch der gleichseitige Eierstock seine Tätigkeit niedergelegt hatte, wurde ich wütend.
Bei der Kontrolluntersuchung ein paar Monate zuvor hatte meine Gynäkologin noch belanglos angedeutet, ich sollte doch irgendwann mal eine Bauchspiegelung machen, da der Eileiter im Ultraschall wohl etwas seltsam aussehen würde. Aber bloß keine Eile…
Es war Sommer… ich hatte keine Eile. Die Operation schien mir obligatorisch.

Heute weiß ich, das war ein Wendepunkt. Damals war es einfach unklar und vage.

Der Operateur teilte mir mit, ich hätte eine Krankheit namens Endometriose. Aber ganz sicher sei er sich da nicht. Das wär auch weiter nicht so dramatisch, ich sollte einfach die Pille wieder nehmen.
Ob die Ärzteschaft den linken Teil meines Fortpflanzungsapparats zu einem früheren Zeitpunkt hätte retten können, ist im Nachhinein nicht mehr wichtig. Aber damals machte sich Wut und Verwirrung in mir breit. Über die fehlende Kommunikation. Über das Runterspielen und Zuwarten. Über die mangelnde Aufklärung und das Fehlen einer weiterführenden therapeutischen Strategie. Und vor allem über meine eigene Unaufmerksamkeit meinem Körper gegenüber.


Normal ist nicht gleich gesund…

Denn: Schmerzen waren für mich normal. Nicht nur während der Menstruation, sondern auch davor und danach. Bauchkrämpfe, Durchfall, teilweise Übelkeit und Kreislaufbeschwerden. Einmal war ich mir sicher, einen Blinddarmdurchbruch zu haben, weil die Schmerzen so unerträglich waren. Aber die Stuhluntersuchung war unauffällig und damit hatte sich die Sache.
Das war mein Alltag; meine Normalität. Ich wusste nicht, dass es auch anders geht.
Und genau da fängt auch oft das Problem an: Die Verharmlosung und Normalisierung von Unterbauchschmerzen bei jungen Frauen. Uns wurde suggeriert, das müsse man ertragen. Wenn`s zu schlimm werde, kann man ja die Pille nehmen und den Zyklus einfach aussetzen. Alles ohne Konsequenzen, versteht sich 😉

Vom Körperfrust zum Körperverständnis

Vielleicht kennt ihr den Spruch: „Manche Menschen lernen durch Liebe, andere durch Schmerz.“
Bei mir war es definitiv Letzteres.
Aber heute kann ich sagen: Ein Glück! Vielleicht hätte ich sonst nie meine Faszination und Begeisterung für den weiblichen Körper erkannt…

Denn nachdem ich mich im Anschluss an jene vage Diagnosestellung intensiver mit meinem eigenen Körper beschäftigt habe, musste ich feststellen, dass es als Frau gar nicht so einfach ist, Fachleute zu finden, die den weiblichen Körper wirklich ganzheitlich betrachten und therapieren. Ich fühlte mich häufig missverstanden und überfordert von widersprüchlichen Aussagen zu Themen wie Zyklusgesundheit, Verhütungsmethoden und dem weiblichen Körper generell. So beschloss ich, selbst tiefer in den Bereich der Frauengesundheit einzutauchen: Ich machte meinen Master in Osteopathie und entdeckte, dass es im Bereich der Manual- und Viszeraltherapie viele hilfreiche und spannende Lösungsansätze gibt. Wenn wir lernen, die Signale unseres Körpers zu erkennen und richtig zu deuten, können wir aufhören, gegen uns selber zu arbeiten.

Du bist nicht allein!

Heute bin ich überzeugt: Du bist deinen Beschwerden auf keinen Fall hilflos ausgeliefert! Unser Zyklus ist kein Störfaktor – er ist ein inneres Navigationssystem.
Wenn wir lernen, ihn und unseren Körper zu verstehen, können wir beginnen, uns selbst neu zu begegnen.
Und genau dabei möchte ich dich mit diesem Blog unterstützen. Mein Wunsch ist es, mein therapeutisches Wissen an dich weiterzugeben und dir eine Orientierungshilfe zu bieten, die dich auf deiner Reise zu einem besseren Körperverständnis begleiten kann. Denn mithilfe von Yoga, Mobilisationsübungen, zyklusbasierter Ernährung und einem zielgerichteten und vor allem angepassten Training lassen sich viele der typischen, wiederkehrenden Beschwerden deutlich reduzieren.

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